Ruinöser Wettbewerb der Krankenkassen


Heute geht die Meldung herum, daß zahlreiche Menschen ihre Kranenkasse wegen der Zusatzbeiträge gewechselt haben sollen. Die DAK, die seit einigen Monaten einen Zusatzbeitrag von acht Euro erhebt, habe massiv Mitglieder verloeren, während die Barmer deutlich an Mitgliedern hinzugewonnen habe (berichtet im ARD-Videotext, unter anderem).

Wie gehirnlos das eigentich ist, sollte spätestens auf den zweiten Blick klar werden. Zum einen wird der Zusatzbeitrag ja erhoben, weil die Krankenkasse in eine finanzielle Schieflage geraten ist, die natürlich verschärft wird, wenn Mitglieder wechseln, und wenn diese dann zu Kassen wechseln, die keine Zusatzbeiträge erheben, werden diese noch zusätzlich gestärkt. Das dürfte letztlich sogar der Gesetzgeber im Schilde geführt haben, als er dieses Element des Wettbewerbs zwischen den Krankenkassen einbaute: Die marktförmige Auslese zwischen den Kassen soll beschleunigt werden.

Allein jedoch schon die Eröffnung des Wettbewerbs zwischen den Krankenkassen ist Unsinn und hat schon zahllose Tausende, wenn nicht Millionen an Euros gekostet. Denn durch den Wettbewerb wurden die Krankenkassen bereits dazu verleitet, zahlreiche Leistungen anzubieten, die nur der Kundenwerbung dienten und die im Grunde nicht nur verzichtbar sondern schlicht überflüssig waren. Das kostete natürlich Beitragsgroschen. Zudem wird von zahlreichen Kassen auch Marktforschung betrieben und natürlich nicht zu vergessen: Die entsprechende Werbung. Das kostet alles Geld, welches dem Gesundheitssystem entzogen wurde.

Durch den ruinösen Wettbewerb, der zwischen den Krankenkassen stattfindet, werden indes nur Beitragsgelder verschwendet und die Monopolisierung verstärkt. Wer jetzt wegen des lächerlichen Zusatzbeitrags von acht Euro von der DAK zur Barmer wechselt, wird sich später wundern, wie die Beiträge steigen werden, wenn verschiedene konkurrende Unternehmen ausgeschaltet sind. Das hat sich bislang in allen System mit entsprechenden Strukturen auf dem Markt gezeigt. Mal ganz abgesehen davon, daß es ohnehin reine Ideologie ist, einen Wettbewerb zwischen den Krankenkassen inszenieren zu wollen, der im Ergebnis die eigentliche Aufgabe der Kassen überlagert.

Viel Geld, das zur Zeit durch diesen dummen Wettbewerb dem Gesundheitswesen entzogen wird, könnte diesem wieder zugeführt werden, wenn die Kassen wieder so organisiert würden, wie es vor der Freigabe des Wettbewerbs war: Als nämlich die Kunden qua beruflichen Status den Kassen zugeteilt waren. Noch besser wäre die universelle solidarische Bürgerversicherung, bei der alle Menschen in einer Bürgerversicherung abgesichert wären. Eine solche Einrichtung könnte der Aufgabe, die finanzielle Absicherung des Gesundheitswesens zu gewährleisten, deutlich besser wahrnehmen, als wettbewerblich organisierte, miteinander konkurrierende Krankenkassen.

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