Steuerzahlerbund, Sauerland und die Pension


Tagelang ging – offenbar ungeprüft – die Meldung durch die Medien, daß der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) im Falle seines Rücktritts nicht nur seine Pension als Oberbürgermeister sondern auch seinen Pensionsansspruch aus seiner Zeit als Oberstudienrat verwirken würde, und nur der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung nachgezahlt würde. Dabei beriefen sich die Medien auf eine entsprechende Veröffentlichung des Bundes der Steuerzahler.

Nun hat gestern das Innenministerium von Nordrhein-Westrfalen klargestellt, daß dem nicht so ist. Sauerland würde nicht ins Bodenlose fallen, sondern selbstverständlichen blieben seine Pensionsansprüche sowohl aus seiner Zeit als Oberstudienrat wie auch aus seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von Duisburg erhalten. Mit welcher Motivation die Medien die Behauptung des Steuerazahlerbundes einfach so nachplapperten läßt sich schwer sagen, vielleicht wurde einfach auch nur nach einem Grund gesucht, aus dem Sauerland sich weigerte, die politische Verantwortung zu übernehmen, vielleicht war es einfach auch nur Unwillen oder Unlust, die Behauptung des Steuerzahlerbundes nachzuprüfen.

Nachdem allerdings nun das Innenministerium klargestellt hat, daß die Pensionsansprüche erhalten bleiben, entfällt nunmehr dieser Vorwand für Adolf Sauerland, nicht zurücktreten zu wollen. Inzwischen hat auch die CDU angekündigt, sich an seiner Abwahl nicht zu beteiligen. Hier wiederum dürfte die Motivation klar sein: Nach dem Rücktritt Sauerlands gibt es Neuwahlen in Duisburg und diese würden voraussichtlich nicht vom Kandidaten der CDU gewonnen.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht darauf, wie eine gestreute Legende durch die Medien getragen wird. In zahlreichen Beiträgen auf den Nachdenkseiten und auch seinen Büchern hat Albrecht Müller bereits auf diesen Mißstand in den Medien hingewiesen, daß ideologische Formeln und auch schlicht falsche Informationen, die allerdings zur Meinungsmache dienen, in den Medien einfach und kritiklos voneinander abgeschrieben werden. Auch in diesem Fall wäre es die Pflicht der Medien gewesen, erst mal selbst zu recherchieren, statt einfach nur die Behauptungen des Bundes der (Spitzen)Steuerzahler nachzuplappern.

Ohnehin wäre nicht nachvollziehbar gewesen, wieso Sauerland seine Pensionsansprüche verlieren sollte, wenn er zurücktritt, zumal jene, die er als Oberstudienrat erworben hatte, also in einer Position, die mit seiner Tätigkeit als Oberbürgermeister nichts zu tun hatte. Allein das hätte kritischen Journalisten bereits aufstoßen und zur Recherche anregen müssen. Daß dies offenbar nicht geschehen ist und erst die Klarstellung aus dem Innenministerium diesen Fehler korrigierte, der dann wiederum – ebenfalls bemerkenswert! – nicht so viel Aufmerksamkeit fand, wie die Behauptung des Bundes des Steuerzahlers, ist ein Armutszeugnis für die Medien.

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