Buchtip: Fleißig, billig, schutzlos


Bei der Bundeszentrale für politische Bildung, die nicht selten Bücher mit neoliberaler Schlagseite vertreibt, gibt es seit einer Zeit ein sehr bemerkenswertes und lesenswertes Buch: Fleißig, billig, schutzlos von Gerhard Schröder. Beim Namen des Autors schluckt man erst mal, aber es handelt sich nicht um den Bundeskanzler a.D., den möglicherweise hinsichtlich der Folgen seiner Politik das schlechte Gewissen packte, sondern um den gleichnamigen Politikwissenschaftler, der als Redakteur beim Deutschlandfunk arbeitet.

In acht Kapiteln untersucht er kritisch die Folgen der Leiharbeit und räumt mit Gerüchten und Schönfärbereien wie dem sogenannten Klebeeffekt der Leiharbeit auf. Kritisch untersucht er auch das Verhalten der Arbeitgeber im sozialen Bereich, deren Träger zwar die Folgen der Leiharbeit kritisieren, die selbst jedoch nicht davor zurückschrecken, Leiharbeiter als Billigarbeitskräfte zu beschäftigen.

Das Buch gibt einen erschreckenden Einblick in die Folgen eines der wichtigsten Projekte aus der Agenda 2010, nämlich die Deregulierung der Leiharbeit. Welche Möglichkeiten hier eröffnet wurden, zeigt auch ein kurzer historischer Abriß über die Leiharbeit zu Beginn des Buches. Ein Blick in die Nachbarländer zeigt, wie Leiharbeit auch anders funktioniert und kristallisiert noch einmal deutlich heraus, daß die Leiharbeit als Instrument zum Lohndumping ein deutsches Spezifikum ist.

Wer kompetent und kritisch über die Folgen der Leiharbeit diskutieren möchte, sollte dieses Buch in seinem Regal haben.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Buchtip, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s