Steinbach, mal wieder…


Es gibt Politiker, derer man wirklich überdrüssig werden kann. Erika Steinbach gehört zu diesen Politikern. Die Vertriebenen-Funktionärin rechtfertigte mal wieder eine Äußerung aus ihrem Verband, die einmal mehr dazu geeignet war, das Klima zwischen Polen und Deutschland zu vergiften.

Mit der Feststellung, Polen habe bereits im März 1939, also fünf Monate vor dem deutschen Überfall, Teile seiner Streitkräfte mobilisiert (vgl. unter anderem Süddeutsche Zeitung vom 10.09.2010, Seite 1), betrieben Mitglieder des Bundes des Vertriebenen (BdV) im Stiftungsrat des Zentrums für Vertreibung einmal mehr Geschichtsklitterung. Erika Steinbach kritisierte den Kulturstaatssekretär Neumann für dessen Kritik an diesen Äußerungen und rechtfertige die Einlassungen ihrer BdV-Kollegen.

Mit einer solchen Behauptung wird gerne in rechtsextremen Kreisen immer wieder der Eindruck erweckt, daß die Polen den deutschen Überfall provoziert hatten, Stichwort: Seit fünf Uhr wird zurückgeschossen…

Daß das Unsinn ist kann man alleine schon daran erkennen, daß die Deutschen bereits am ersten Tag des Übefalls auf Polen Warschau erreichten. Wären die polnischen Streitkräfte mobilisiert, also vorbereitet, gewesen, wäre ein solcher Durchmarsch wohl kaum möglich gewesen. Zwar räumt Steinbach selbst ein, daß die Deutschen Schuld am Zweiten Weltkrieg sind, dennoch verteidigte sie zuvor die geschichtsfälschende Aussage.

Nach öffentlicher Kritik an ihrer Person teilte Steinbach mit, daß sie nicht mehr für den CDU-Vorstand kandidieren wolle. Sie sei dort ohnehin nur noch konservatives Feigenblatt, klagte sie im Rahmen ihrer Erklärung. Die CDU sollte darüber nicht traurig sein, denn das ist kein Verlust für den CDU-Vorstand. Steinbach hat sich wiederholt uneinsichtig gezeigt und immer wieder bewiesen, daß sie kein tiefergehendes Interesse an einer Aussöhnung mit Polen hat.

Und ein weiteres zeigt der jüngste Eklat: Es war ein Fehler, im Rahmen der Auseinandersetzung um die Entsendung Steinbachs in den Stiftungsrat des Zentrums für Vertreibung Zugeständnisse an den Bund der Vertriebenen zu machen. Auch dies zeigen die Äußerungen der Stiftungsräte des Bundes der Vertriebenen: Es geht nicht um Aussöhnung und Ächtung der Vertreibung überhaupt, sondern es geht darum, die Deutungshoheit über die Geschichte der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg zu erlangen.

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