Sauerland bleibt Oberbürgermeister


Die mit Spannung erwartete Sitzung des Rates in Duisburg liegt nun hinter uns und wir sehen: Oberbürgermeister Adolf Sauerland darf im Amt bleiben. Die notwendige Mehrheit für eine Amtsenthebung kam nicht zustande.

Jedoch sollte sich insbesondere die CDU in Duisburg fragen, ob sie sich mit ihrem Festhalten an Sauerland einen Gefallen getan hat. Insbesondere wenn die Untersuchungen eine deutliche Verantwortung der Verwaltung, deren Chef Sauerland ist, belegen sollten, wird es der CDU auch nicht mehr helfen, auf den Innenminister Jäger zu zeigen, der zur Zeit des Desasters auf der Loveparade erst ein paar Tage im Amt war.

Daß selbst eine Rücktrittsforderung an Jäger der CDU nicht zu dumm war zeigt, wie verzweifelt die Partei versucht, Sauerland im Amt zu halten und die Verantwortung bei anderen zu suchen, beziehungsweise von der eigenen Verantwortung ablenken zu wollen.

Wäre die Loveparade ein Erfolg geworden, hätte Sauerland sicher keine Sekunde verstreichen lassen ohne darauf hinzuweisen, daß die Loveparade eigentlich sein Werk war. Jetzt, nach dem Desaster, will es niemand gewesen sein. Die Demonstrationen gegen Sauerland zeigen indes deutlich, daß die Menschen in Duisburg hier anderer Meinung sind. Sollte sich Sauerland tatsächlich bin 2015 im Amt halten wollen, wäre dies ein Skandal zum Schaden der Stadt.

Denn schon jetzt zeigt er sich in der Öffentlichkeit nicht mehr, läßt allenfalls Grußbotschaften verlesen und brachte es nicht einmal fertig, zur Beerdigung der Opfer zu erscheinen, weil er die Wut der Menschen fürchtete, und, wie er bereits erklärte, weil er eine Provokation vermeiden wollte. Auch in der letzten Zeit sieht und hört man verhältnismäßig wenig von Oberbürgermeister Sauerland. Soll das jetzt tatsächlich bis 2015 so weitergehen? Will er sich bis zur nächsten regulären Wahl in seinem Amtszimmer verschanzen aus Angst, es könnte zu Protesten gegen ihn kommen, wenn er irgendwo öffentlich auftritt? Das kann ja wohl nicht die Aufgabe und die Amtsführung eines Oberbürgermeisters sein.

Adolf Sauerland sollte jetzt dem Trauerspiel ein Ende bereiten und zurücktreten. Die Legende um den Verlust seiner Pensionen hat das Landesinnenministerium von Nordrhein-Westfalen bereits vor Wochen zerschlagen, insofern kann dies auch nicht als Ausrede für das Verbleiben im Amt herhalten. Und wenn dies so wäre hätte ihm die CDU eine goldene Brücke bauen und ihn abwählen können. Daß sie es nicht getan hat zeigt, daß es hier schlicht um den Machterhalt und um nichts anderes geht. Eine schändliche Vorstellung, die die CDU und Sauerland schnell beenden sollten.

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