Winter schadet der Wirtschaft?


Heute durften wir im Videotext nachlesen, daß der Winter der Wirtschaft schade, so ein Experte. Das Wachstum werde gebremst. Schön und gut, aber welchem Zweck dient diese Meldung? Was soll jetzt geschehen? Winter abschaffen, damit die Wirtschaft nicht gebremst wird?

Überhaupt sind da einige doch sehr weinerlich geworden, was die Winter angeht, und jammern uns vor, daß der letzte und jetzt auch schon dieser Winter »ungewöhnlich kalt und streng« seien. Dabei kann zumindest ich mich erinnern, daß in meiner Jugend fast alle Winter so waren die letzten beiden, ohne daß gleich alles zusammengebrochen ist, und ohne daß uns tatsächliche oder selbsternannte Experten vorgejammert hätten, daß der Winter der Wirtschaft schadet. Damals haben wir klaglos zur Kenntnis genommen: Im Winter ist es kalt und es liegt Schnee.

Durch die ungewöhnlich milden Winter der Jahre vor diesen letzten beiden scheinen die Herrschaften ein wenig verweichlicht zu sein, die jetzt klagen und jammern. Es mag eine erschreckende Botschaft für die Neoliberalen sein, aber die Winter der letzten beiden Jahre waren weder ungewöhnlich noch unangemessen für unsere Breitengrade, sondern im Gegenteil: Völlig normal und angemessen. Dankenswerterweise läßt sich die Natur (noch?) nicht den ökonomischen Kalkülen der neoliberalen Ideologen unterwerfen.

Was allerdings in der Tat schlechter geworden ist sind Straßen und Wege sowie die Bahn. Konnte die Bahn als Staatsunternehmen noch damit rennomieren, daß alle über das Wetter redeten nur sie nicht ist die Bahn AG indes fürchterlich wetteranfällig geworden. Im Sommer ist’s zu heiß, im Winter zu kalt und im Herbst liegen Laub und Äste auf den Schienen herum. Mal schauen, was der Bahn im nächsten Frühjahr einfällt…

Seit es die Privaten angeblich besser können ist der Winter teilweise in der Tat zu einem Problem geworden. Der Winterdienst läßt nach und die leeren Kassen der Kommunen durch die zahlreichen Steuersenkungen rächen sich dann im Frühjahr dadurch, daß die Straßen wegen schlechter Wartung vom Winter kaputt sind und auch im Frühjahr nicht richtig repariert werden können. Statt also herumzujammern, daß der Winter der Wirtschaft schade sollten die Neoliberalen lieber in sich gehen und darüber nachdenken, wie sehr mittlerweile der Neoliberalismus der Gesellschaft geschadet hat. Der Winter jedenfalls schadet nicht, der ist Natur.

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