Zweite Chance für zu Guttenberg?


Der Rücktritt des Freiherrn zu Guttenberg vom Amt des Verteidigungsministers liegt noch keine 24 Stunden zurück, da rufen schon die ersten Politiker aus CDU und CSU nach der Rückkehr des Freiherrn. Bildungsministerin Schavan hatte schon in ihrem Interview vor dem Rücktritt zu Guttenbergs gesagt, daß doch jeder eine zweite Chance verdient.

Eine zweite Chance für zu Guttenberg? Sicher, aber doch erst, wenn er echte Reue gezeigt hat, und wenn er in der Öffentlichkeit verdeutlicht, daß er seine Verfehlung einsieht und auch damit aufhört so zu tun, als seien ihm die zahllosen fehlenden  Quellenangaben versehentlich nur so durchgegangen. Auch seine Rücktrittserklärung zeugte nicht von Einsicht in die eigenen Verfehlungen. Mit großer Geste behauptete er, daß er zurücktrete, um die Soldaten vor der Medienkampagne zu schützen, die gegen ihn laufe. Von Einsicht und Reue keine Spur.

Gleiches gilt für die Bundeskanzlerin, die nach dem Rücktritt zu Guttenbergs die Kritiker angriff. Auch Kanzlerin Merkel zeigt keine Einsicht darin, wie verfehlt ihre Anmerkung war, daß sie einen Verteidigungsminister und keinen wissenschaftlichen Mitarbeiter eingestellt habe. Auch hier wäre angezeigt, sich etwas bescheidener zu geben und sich für diese Entgleisung bei der Wissenschaft zu entschuldigen. So lange auch Angela Merkel nicht bekennt, daß ihre Bemerkung zum Plagiat zu Guttenbergs völlig verfehlt war, sollte ihr künftig schallendes Gelächter entgegenschlagen, wenn sie wieder mal von der Bildungsrepublik spricht. So lange sie ihre unsägliche Äußerung nicht korrigiert, wird sie dieses Konzept nicht mehr glaubwürdig vertreten können.

Und zu Guttenberg? Der mag seine zweite Chance bekommen, aber nicht so schnell und schon gar nicht, bevor die Vorwürfe hinsichtlich der Doktorarbeit aufgeklärt wurden. Mehr und mehr gehen Beobachter davon aus, daß die Plagiate in der Doktorarbeit Täuschung waren. Dieser Vorwurf wiegt schwer, und er wird von zu Guttenberg nach wie vor bestritten. So lange, das kann man nicht oft genug betonen angesichts der verklärenden Diskussionen, die noch immer in der Öffentlichkeit läuft, sich zu Guttenberg nicht zu seinen Fehlern bekennt und echte Reue zeigt, kann er keine zweite Chance bekommen.

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