Die letzte Mission


Mit der heutigen Landung der Discovery endet die Ära der Space Shuttles. Die Discovery wird künftig nur noch in einem Museum zu besichtigen sein. Zum Einsatz kommen soll der erste wiederverwendbare Raumgleiter nicht mehr.

Die Grundidee des Space Shuttle war in ihrer Zeit revolutionär. Es sollten keine Raketen mehr in den Weltraum starten, die nur einmal verwendbar waren, sondern es sollte eine neuartige Technik entstehen, bei der der Raumgleiter immer wieder verwendet werden konnte und nur die Booster-Rakten und der Treibstofftank nach dem Abwerfen nicht mehr verwendet werden konnten.

Doch die Geschichte des Space Shuttles ist auch eine Geschichte der tödlichen Unfälle. Im Jahr 1986 explodierte das Space Shuttle Challenger kurz nach dem Start. Ursache war eine Gummidichtung, die durch die Kälte, die in der Nacht vor dem Start herrschte, unflexibel geworden war. Flammen schlugen neben der Dichtung hervor und entzündeten den Tank.

Techniker der Herstellerfirma waren auf das Problem bereits im Vorfeld aufmerksam geworden. Weil der Start jedoch schon mehrfach verschoben worden war und die NASA wegen der öffentlichen Aufmerksamkeit, die der erste zivile Passagier des Shuttles erzeugt hatte, einen Prestigeverlust fürchtete, wurde der Start gegen die Empfehlung der Techniker durchgeführt. Alle Besatzungsmitglieder des Shuttles starben.

Jahre später verglühte das Space Shuttle Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Ein Schaumstoff-Stück, das beim Start aus der Verkleidung des Tanks gefallen war und die Tragfläche des Shuttles getroffen hatte, hatte dort ein größeres Loch hineingeschlagen, durch welches beim Wiedereintritt in die Atmosphäre Hitze in das Shuttle eindringen und die Katastrophe auslösen konnte. Den Vorfall beim Start hatte die NASA durchaus bemerkt, jedoch nicht ernstgenommen. Alle Astronauten starben.

Die Schwächen des Space Shuttles waren auch durch falsche Sparsamkeit bedingt, sowie dem Umstand geschuldet, daß das ursprüngliche Konzept zugunsten der Interessen des Militärs geändert wurden. Um die Nutzlast des Space Shuttles zu erhöhen, wurde das ursprünglich sichere Modell umgebaut, und es entstanden zahlreiche Probleme.

Weil jedoch traditionell in den USA mehr Geld für Rüstung und Kriege als für die (Weltraum)Forschung ausgegeben wird, blieb es über die Jahre dabei. Jeder Start eines Space Shuttles war ein Abenteuer, bedingt durch die Haushaltspolitik und den zahlreichen weiteren Rücksichtnahmen auf unterschiedliche Interessen, die letztlich Vorrang vor den Forschungs- und Sicherheitsinteressen der Astronauten hatten.

Weltraumforschung ist indes ein lohnendes Projekt, zumal wir durch diese Art der Forschung auch viel über die Erde lernen, letztlich auch über den Zustand und die Notwendigkeit des Schutzes der Erde. Notwendig wäre jedoch eine größere internationale Zusammenarbeit. Diese wird weitgehend von dem Prestigedenken der einzelnen Staaten behindert. Vom Projekt einer eigenen deutschen Mondlandung wurde inzwischen wieder abgerückt, was auch vernünftig war, denn außer einem fragwürdigen Prestige hätte das Unternehmen nichts gebracht. Währenddessen halten die Chinesen weiterhin an einem eigenen Projekt zur Mondlandung fest.

Die internationale Raumstation ISS läßt zwar hoffen, daß der Staatenegoismus bei der Raumfahrt letztlich doch zurückgestellt wird, gleichsam zeigt der Umstand, daß einzelne Staaten weiterhin an den entsprechenden Projekten festhalten, daß sich die Erkenntnis, daß Raumfahrt nur gemeinsam sinnvoll ist, noch nicht überall durchgesetzt hat. Raumfahrt ist in der Tat ein teures Projekt, weshalb viel dafür spricht, daß hier nicht jeder vor sich hinwerkelt.

Das Space Shuttle war ein wichtiger Beitrag zur Raumfahrt, der insbesondere ein Signal gegen die Ressourcenverschwendung setzten sollte. In dieser Richtung sollte weiter geforscht werden, jedoch mit dem Schwerpunkt auf die tatsächliche wissenschaftliche Forschung und nicht irgendwelcher Hirngespinste vom Krieg im All. Statt den »Krieg der Sterne« zu fördern sollten sich die Staaten der friedlichen Raumfahrt widmen und die Erkenntnisse über die Erdumwelt zugunsten des Umweltschutzes und neuer Technologien zum Schutz der natürlichen Ressourcen nutzen. Nur so rechtfertigen sich die hohen Kosten, die die Raumfahrt verschlingt.

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