Guttenberg: Abgeschrieben!


Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ist die Kommission, die Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorarbeit untersucht, zu der Schlußfolgerung gekommen, daß dieser absichtlich abgeschrieben habe. Das Ausmaß der Plagiate lasse keinen anderen Schluß zu, als daß es absichtlich geschehen sei. In der Schlußphase der Arbeit habe Guttenberg seitenweise Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages abgeschrieben, das könne nicht versehentlich passiert sein (ebd.).

Wirklich überraschend ist diese Erkenntnis indes nicht. Es gibt zahlreiche Verwaltungsgerichtsurteile, die bereits in weniger gravierenden Fällen von Abschreiberei absichtliches Plagiat festgestellt haben.

Nun allerdings wehrt sich zu Guttenberg offenbar gegen die Veröffentlichung des Berichtes, so die Süddeutsche Zeitung weiter, dabei habe er in der Vergangenheit stets beteuert, daß er an Aufklärung interessiert sei. Dies ist nunmehr ein bemerkenswerter Vorgang. Offensichtlich geht zu Guttenberg nun auch rechtlich gegen die Veröffentlichung dessen vor, was eigentlich alle Beobachter ohnehin schon wissen: Er hat absichtsvoll weite Passagen seiner Doktorarbeit abgeschrieben und ohne die zitierten Stellen zu kennzeichnen. Insofern kann die Frage gestellt werden: Braucht es überhaupt die Veröffentlichung des Gutachtens der Kommission?

Die Antwort auf diese Frage kann nur »Ja!« lautet. Es muß öffentlich und klar dokumentiert werden, daß das, was zu Guttenberg getan hat, kein Kavaliersdelikt gewesen ist. Die vielen Irreführungen der Öffentlichkeit müssen mit diesem Gutachten bereinigt werden, deshalb muß es veröffentlicht werden. Zudem ist es auch aus dem Grunde notwendig, um die letzten Verschwörungstheorien abzuräumen die besagen, daß zu Guttenberg eigentlich ein Opfer sei. Er ist Täter und nichts weiter.

Zudem sollte sich die CSU von der Idee verabschieden, daß es eine Rückkehr zu Guttenbergs in die Politik geben könnte. Wer dermaßen stur darauf beharrt, außer einem läßlichen Fehler nichts falsch gemacht zu haben, ist schlicht und ergreifend nicht für ein verantwortungsvolles politisches Amt geeignet. Das ist allein schon all jenen Akademikern geschuldet, die ihre Arbeiten sauber und nach wissenschaftlichen Standards angefertigt haben.

Der Abschlußbericht ist zu Guttenbergs letzte Gelegenheit, die Geschichte um seine Doktorarbeit zu bereinigen und glaubwürdige Reue zu zeigen. Indes schickt er sich an, auch diese Gelegenheit ungenutzt vorüberziehen zu lassen.

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