Koch-Mehrin und Chatzimarkakis ohne Titel


In der Zwischenzeit wurden Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis die Doktortitel aberkannt. Kurz zuvor noch hatte sich Chatzimarkakis in der Sendung von Anne Will uneinsichtig gezeigt und die Art und Weise, auf die er seine Arbeit angefertigt hatte, verteidigt. Er behauptete, die Zitate einfach nur mit einer Fußnote nachzuweisen ohne den Anfang und das Ende des Zitates mit Anführungszeichen zu kennzeichnen, habe er in England gesehen, und das sei dann ja wohl ausreichend.

Die Universität kam zu einer anderen Einschätzung und erkannte ihm den Titel ab. Eine halbe Nummer kleinlauter teilte Chatzimarkakis mit, daß er eine neue Doktorarbeit schreiben würde, wenn sich gegen den Entzug des Titels nichts machen lasse.

Auch Silvana Koch-Mehrin zeigte sich uneinsichtig und meinte, daß ja die Doktorväter bereits in ihrem Gutachten zu ihrer Doktorarbeit Mängel festgestellt hätten, und daß es deshalb ungerecht sei, ihr den Titel abzuerkennen. Die Universität verwahrte sich postwendend gegen den Eindruck, daß in ihrem Hause Plagiate als Mängel an der Doktorarbeit heruntergespielt würden, trotz derer man den Doktortitel bekommen könne. Auf die juristische Auseinandersetzung darf man gespannt sein.

Auch der niedersächsische Kultusminister Althusmann kämpft inzwischen um seinen Doktortitel. Einen Rücktritt im Falle des Titelentzugs schloß er zunächst aus, allerdings ist in der Tat fraglich, ob er nun ausgerechnet als Kultusminister noch tragbar ist, wenn er den Doktortitel wegen der Verwendung von Plagiaten verliert.

Grundsätzlich wirft es kein gutes Licht auf den Doktortitel, wenn der Eindruck entsteht, daß es offenbar nicht allzu schwierig ist, sich diesen mit Plagiaten zu erschleichen. Auf der anderen Seite arbeiten die Universitäten daran, den Titel wieder zu Reputation zu verhelfen, indem sie konsequent die Titel entziehen, wenn die Arbeiten Plagiate aufweisen. Das allein reicht aber noch nicht. Es muß sichergestellt werden, daß man sich nicht mehr so einfach den Titel erschleichen kann, und mehr noch muß sichergestellt werden, daß Prominenz beim Erwerb des Titels keine Rolle spielt. Erst dann werden Wissenschaftler, die einen Doktortitel haben, sich dessen gewiß sein können und nicht mehr das Gefühl haben müssen, daß ihr Gegenüber vielleicht Zweifel an der Redlichkeit des Doktortitels haben könnte.

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