SPD: Ich rase gern!


Von professionellen Politikern erwartet man doch eigentlich etwas Anderes. Da hat Sigmar Gabriel endlich mal etwas Vernünftiges gesagt, nämlich daß die Geschwindigkeit auf der Autobahn begrenzt werden sollte, schon erntet er eifrigen Widerspruch. Das Klischee, daß der Deutsche mit einem Bleifuß auf die Welt kommt, wird auch von Sozialdemokraten genährt.

Andrea Nahles, die sogenannte »SPD-Linke«, verkündet fröhlich, daß sie auf der Autobahn auch gerne mal rast. Und der neue im Team Steinbrück, Florian Pronold, erklärt auf einer Pressekonferenz, daß er nahe einer Autobahn wohne und gerne etwas länger schlafe. Sollte heißen: Auch er rast gerne anschließend mit seinem Wagen über die Autobahn, wenn er dafür ein paar Minuten länger im Bett liegen kann. Qualifiziert so eine Einstellung eigentlich zum Minister?

Das fundierte Argument wird durch Nahles und Pronold ersetzt durch die eigene Präferenz – ich rase gern, also darf es keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung geben. Wissenschaftliche und statistische Erkenntnisse hin oder her.

Natürlich ist es vernünftig, das Tempolimit auf der Autobahn einzuführen und somit die Höchstgeschwindigkeit auf 120 oder 130 km/h zu begrenzen. Die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, daß der Verkehr dann besser fließt und es weniger Unfälle gibt.

Nicht so in Deutschland. Da wirkt der alte ADAC-Spruch »Freie Fahrt für freie Bürger« bis heute nach. Zwar verbrauchen signifikant mehr, wenn sie statt 120 km/h mit 160 oder 200 km/h über die Autobahn donnern und verpesten die Umwelt entsprechend stärker, doch mit Vernunft kann man passionierte Rasser offenbar ebenso wenig überzeugen wie passionierte Raucher, auf Nichtraucher Rücksicht zu nehmen.

Sigmar Gabriel bleibt somit bedauerlicherweise der einsame Rufer in der Wüste – auch in seiner eigenen Partei.

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