Laschet oder Söder?


Die Frage, ob Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen) oder Markus Söder (Bayern) Kanzlerkandidat der Unionspartein wird, beschäfigt gegenwärtig nicht nur jene seit Beginn der Woche. Auch in den Medien wird fleißig spekuliert, wer von beiden es wohl werden wird.

Zu Beginn der Woche sah es noch so aus, als würde der nordrhein-westfälische Ministerpräsident in diesem Rennen die Nase vorn haben, aber je länger sich der unkoordinierte Prozeß der Kandidatenfindung in der Union hinzog, desto mehr stiegen die Chancen seines Kontrahenten. Nun rächte es sich, daß sich die Union im Vorfeld nicht auf ein klares Verfahren zur Kandidatenfindung geeinigt hatte und es somit nun an den Kandaten lag, sich zu einigen – wozu beide im Verlauf der Woche immer weniger in der Lage waren.

Nachdem sich – erwartungsgemäß – die Präsidien von CDU und CSU jeweils hinter ihren Kandidaten gestellt hatten, forderte Söder ein Meinungsbild der Fraktion, wohl wissend, daß er dort die Mehrheit hat. Und so kam es auch. Seit dem wird darüber diskutiert, ob am Ende die Fraktion der CDU/CSU über die Kandidatenfrage abstimmen wird, wenn es keinen anderen Weg der Einigung geben sollte. Und ein solcher ist nicht in Sicht.

Für Laschet spräche, daß er teamfähig und somit in der Lage ist, auch Vertreter anderer Lager in ein mögliches Wahlkampfteam und gegebenenfalls in eine Regierung einzubinden. Für Söder sprächen die Umfrageergebnisse, die deutlich über jenen von Laschet liegen. Bei der Vorstellung des NRW-Trends im WDR-Magazin Westpol merkte der Moderator zu Laschets Umfragewerten an, daß Ministerpräsidenten mit solchen Werten in der Regel abgewählt würden – eine Empfehlung für höhere Ämter?

Zutreffend ist durchaus der Einwand Laschets, daß Umfragewerte Schall und Rauch sind, und diese sich durchaus von heute auf morgen ändern können. Entschieden wird ohnehin am Wahltag und nicht etwa gut ein halbes Jahr zuvor. Auf der anderen Seite wirkt das gegenwärtige Verfahren der Kandidatenfindung der Union auch intern zerstörerisch. Je länger es andauert, desto tiefer werden die Gräben zwischen dem Laschet- und dem Söder-Lager. Wer immer von beiden Kanzlerkandidat wird, hat nicht mehr so besonders viel Zeit, bis zur Bundestagswahl diese Gräben zuzuschütten.

Die Zeit drängt jedoch insbesondere, wenn die CDU/CSU ihren Kanzlerkandidaten verkünden möchten, bevor die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur bei den Grünen fällt. Nachdem sich die Partei also diesen Termin gesetzt hat, also diese Woche und somit vor den Grünen, wird die Entscheidung zwingend an diesem Wochenende fallen müssen. Aber wer weiß? Vielleicht treffen sich Söder und Laschet am Sonntag im Morgengrauen auf einer einsamen Lichtung mit Pistolen – und wer stehenbleibt, wird Kanzlerkandidat? Zumindest die Art und Weise, auf die sich der Ton innerhalb der Union verschärft, läßt vermuten, daß statt einer gütlichen Einigung am Ende einer der beiden Kanzlerkandidaten-Kandidaten auf der Strecke bleiben wird.

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